Sie haben eine Frage? 0157 / 51 57 86 05 kontakt@n-region-5g.de

Ein Bericht von unserer Partnergemeinden aus El Salvador (San José Ingenio und Majadita)

„Die Zuversicht, dass dort jemand an uns denkt ...“


Liebevoll gepackte WEIHNACHTSFUNKEN-Päckchen aus der N!-Region 5 G, Dank einer Spende ebenfalls von dort ermöglichte kleine Weihnachtsfeiern mit Pinatas und Leckereien für die Kinder aus den Partnergemeinden Majadita und San José Ingenio: Sie lassen die Wirklichkeit des aktuellen El Salvador für Momente vergessen. El Salvador hat sich verändert. Nach erfolgreichem Wahlbetrug hat sich das Regime
des Nayib Bukele etabliert. In den nunmehr 50 Monaten des seit März 2022 durchgängig verlängerten Ausnahmezustandes, der längst zum Dauerzustand wurde, sind mehr als 100.000 Menschen festgenommen und inhaftiert worden.

 

 

Zigtausende Unschuldige, willkürlich gefangen genommen, darunter mehrere tausend Kinder und Jugendliche, oft nur 12 Jahre alt. Anonyme Anschuldigungen, von Polizisten zu erfüllende Quoten für Verhaftungen. Wie viele Babys es im Gefängnis gibt, dazu gibt es keine Zahl. Dokumentiert sind Vergewaltigungen und schwerste sexuelle Gewalt, Hunger, schwere Misshandlungen und Folter. All das nachweislich keine Einzelfälle. Der salvadorianische Kardinal Rosa Chavez bezeichnet die Gefängnisse in El Salvador als Konzentrationslager. Es trifft durchweg alle Regionen im Land und dort trifft es die Armen.


Ein Fall wie viele, nicht fiktiv. In der Nacht auf den 22. Juni musste eine weitere Familie fliehen - junge Eltern mit einem 7 Monate alten Baby. Drei Menschen wie Tausende, die das Land verlassen. Der Vater, in der Gemeinde aktiv und Künstler, war bereits zuvor im Rahmen des Ausnahmezustandes 7 Monate inhaftiert gewesen, dann kam er mit Hilfe eines Anwalts bis zur Gerichtsverhandlung frei. Diese Verhandlung war für den 22. Juni terminiert und wurde - wie aktuell alle diese Gerichtsverhandlungen - als Massenprozess mit bis zu rund 900 Angeklagten gleichzeitig geführt. Eine individuelle Verteidigung gibt es dabei nicht, ebenso wenig
ein individuelles Urteil. Ohne Unterstützung wäre - wie in der Mehrzahl der Fälle - auch diese Flucht nicht möglich gewesen. Von fast einem Ende zum anderen durch El Salvador, über die „grüne Grenze“ nach Honduras, weiter durch die Berge und dann - erneut über eine „grüne Grenze“ nach Guatemala. Diese geflohene Familie ist sicher am Ziel angekommen. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und auch kirchliche Hilfswerke kritisieren das Regime in El Salvador scharf, sprechen längst von einer Diktatur. Abgeordnete des Deutschen Bundestages übernehmen im Rahmen eines Bundestagsprogramms Patenschaften
für politische Gefangene und politisch verfolgte Menschen in El Salvador. Mehr denn je vermittelt die Partnerschaft der N-Region 5-G den Menschen im salvadorianischen Nationalpark Montecristo die Zuversicht, dass rund 10.000 km entfernt, andere Menschen an sie denken, ja vielleicht sogar mehr als das.